Alles über die Europalette

Die Europalette, welche eigentliche Europoolpalette heißt, ist eine inzwischen über 50-jährige Erfolgsgeschichte des Transportwesens. Auf ihr werden so ziemlich alle Waren, die wir im Handel kaufen können, über alle erdenklichen Ländergrenzen hinweg transportiert. Sie bietet dabei durch internationale Standards ein cleveres Tauschsystem, mit dem jede Menge Ressourcen gespart werden. Und wenn sie ihren Dienst getan hat, bleibt sie uns als multifunktionale Grundlage zum Möbelbau in vielen genialen Upcycling Projekten. Erfahre im Folgenden alles, was Du über die Europalette wissen musst.

Allgemeines über die Europalette

Die Europalette trägt eigentlich den Namen Europoolpalette. Die Kürzung Europalette hat sich lediglich umgangssprachlich irgendwann durchgesetzt. Der Zusatz „Pool“ rührt daher, dass es sich bei dem Palettensystem in Europa um ein Tauschsystem handelt. Wenn also ein LKW Waren Transportiert, muss beim Abladen nicht sofort jede Palette abgepackt werden, sondern die großen Stapel auf den Paletten können erst einmal bequem als Ganzes abgeladen werden und der LKW kann ohne die Paletten weiter fahren. Da die von der EPAL genormten Paletten alle dem gleichen Standard entsprechen, ist es für einen einzelnen Händler nicht wichtig, ob er seine eigenen Paletten wieder bekommt.

Das erleichtert die Logistik umgemein. Waren können Lagerhallen auf Paletten geladen werden und der Händler gibt bei der Weitergabe lediglich an, wie viele Paletten in der Ladung enthalten sind. Das Verladen über den Gabelstapler ist so an der Laderampe in Minuten sicher und zuverlässig erledigt und der LKW kann schnell weiter.

Ein LKW, der beispielsweise vierzig beladene Paletten abgeliefert hat, kann nun im Gegenzug vierzig leere Paletten gleicher Bauart vom Käufer aufgeladen bekommen. Oder aber dem Konto des Lieferanten werden vierzig Paletten auf eine Art Palettenkonto gutgeschrieben.

Das System ist also sehr vielseitig und wenn nun also der LKW anderswo beladen werden soll und kein Platz für leere Paletten ist, macht das gar nichts.

Die Norm zur Europalette

Vielleicht ist Dir schon das EPAL Logo auf den Paletten aufgefallen. Das steht für European Pallet Association und bezeichnet also die Europäische Paletten Vereinigung.

Das Logo darf nur gestempelt werden, wenn die Palette allen Qualitätsanforderungen entspricht.
Die Standardpalette ist dabei nach Europäischer Norm (EN 13698-1) genormt.

Diese gibt unter anderem die standardisierte Größe vor: 1200 x 800 x 144 mm (Länge x Breite x Höhe).

Aber auch die Anzahl sowie die immer baugleiche Anordnung von exakt 11 Deckbrettern und 9 Klötzen ist durch sie vorgegeben.

Und zu guter Letzt wird sie immer durch ebenfalls exakt 78 Nägel, welche einheitlich an bestimmten Stellen gesetzt werden, zusammengehalten.

Die Maße orientieren sich dabei an einer ebenfalls meist einheitlich bemaßten Ladefläche, sodass entweder zwei Paletten quer oder drei Paletten längst auf einen typischen LKW verladen werden können.

Trotz ihrer kompakten Bauart haben unsere Paletten eine mögliche maximale Traglast von 1,5 Tonnen.

Verschiedene Hölzer = verschiedene Europaletten?

Grundsätzlich bestehen Europaletten immer aus Vollholz. Das ist nebst dem Upcycling Gedanken auch der Grund dafür, dass wir die Paletten, nachdem sie ausrangiert wurden, noch so gut weiterverwenden können.

Sie bestehen in den meisten Fällen aus Fichten-, Kiefern oder Birkenholz. Wobei die EPAL insgesamt 17 verschiedene Holzarten für den Bau zugelassen hat, die allesamt vorkommen können.

Wenn Du also auf Einheitlichkeit achtest und womöglich vorhast, Deine Paletten ordentlich abzuschleifen oder ähnliches, solltest Du beim Kauf vielleicht auch auf einheitliches Holz achten!

Das Gewicht der Paletten kann etwas variieren. Häufig wird angenommen, dass auch dies einheitlich ausfiele, aber das stimmt nur bedingt. Neben der leicht unterschiedlichen Dichte des Holzes, liegt das vor allem daran, das Holz mehr oder weniger Wasser aufgenommen haben kann. So kann die Standardpalette zwischen 20 und 25 Kilogram wiegen.

Die Europalette in anderen Größen

Die Standardpalette, über die wir bisher gesprochen haben, trägt die Bezeichnung EPAL1.
Daneben existieren noch die EPAL 2, EPAL 3, EPAL 6 und die EPAL 7. Wobei zwei jeweils noch etwas größer ausfallen als die EPAL 1 und die anderen beiden kleinen sind als die EPAL 1.

Die EPAL 6 Palette ist exakt halb so groß wie unsere Standard Europalette. Damit ist auch sie womöglich interessant für Deine Heimwerkprojekte. Die Traglast fällt bei ihr mit 500 kg zwar weit geringer aus, aber auch das sollte für jedes noch so massive Bauprojekt daheim mehr als ausreichen.

Was kostet eine Europalette?

Hierbei solltest Du zunächst unterscheiden, denn das wird in der Logistik auch getan. Nagelneue Paletten sind in der Regel teuer als solche, die kurz vorm Ausrangieren stehen. Und diejenigen, die ausrangiert sind, weil sie die Kriterien nicht mehr erfüllen oder für den Transport von tonnenschweren Gewichten nicht mehr sicher genug sind, sind am billigsten.

Auf dem lokalen Gebrauchtmarkt etwa bezahlst Du für eine gebrauchte alte Palette häufig nur circa 10 Euro.

Wenn Du nagelneue Paletten haben möchtest, wie sie in der Logistik meist nur für Lebensmitteltransporte genutzt werden, musst Du tiefer in die Tasche greifen. Bis vor einiger Zeit lagen die Preise hierfür zwischen 20 und 25 Euro. Aufgrund der steigenden Rohstoffpreise werden aktuell eher schon 30 Euro fällig.

Mehr zu den Preisen von Europaletten findest Du hier.

FAQ zu Europaletten

Wie Groß ist eine Europalette?

Die Standardpalette EPAL 1 trägt die Maße 1200 x 800 x 144 mm (Länge x Breite x Höhe).

Was wiegt eine Europalette?

Eine EPAL 1 Palette wiegt zwischen 20 und 25 kg.
Die Feuchtigkeit und das verwendete Holz können hierbei leichte Schwankungen erklären.

Wie ist eine Europalette aufgebaut?

Die EPAL 1 besteht 11 Deckbrettern und 9 Klötzen, die mit insgesamt 78 Nägeln zusammengehalten werden.

Welche Größen gibt es bei Europaletten?

Neben der EPAL 1 existieren noch die EPAL 2, EPAL 3, EPAL 6 und die EPAL 7.
Die EPAL 6 bezeichnet eine halbe Standardpalette.

Quellen

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